Es gibt Dinge, die schleudern mich ohne Vorwarnung zurück in meine Kindheit.
Die besondere, trockene Wärme eines Kohleofens. Das Baden in der Wanne mit Fenjal Classic. Oder dieser ganz eigene Geruch warmer, alter Polster, den ich als Kind roch, wenn ich auf Opas Schrottplatz im LKW spielte.
Es sind diese scheinbar kleinen Sinneseindrücke, die ganze Welten öffnen.
Und genau so ein Erlebnis schenkte mir meine Frau zu Weihnachten 2025: den Lego Fortnite Schlachtenbus (Set 77073).
Eine alte Faszination aus kleinen Steinen
Lego war nie einfach nur Spielzeug für mich. Es war Begleiter, Zuflucht und Abenteuer zugleich.
Angefangen bei den klassischen bunten Steinen, entwickelte sich meine Begeisterung weiter zu Lego Technic und immer komplexeren Bauprojekten. Stundenlanges Tüfteln, völliges Abtauchen in eigene Fantasiewelten und diese besondere, fast meditative Konzentration – gebündelt in unzähligen kleinen Steinen voller Möglichkeiten.
Diese Faszination begleitete mich, bis Anfang der 90er der erste PC ins Haus kam.
Plötzlich öffneten sich neue Welten: Computerspiele, Programmierung, digitale Abenteuer. Lego rückte in den Hintergrund – aber verschwunden war es nie.
Dasselbe Gefühl. Dieselbe Tiefe.
Mein erster Gedanke war tatsächlich ein rationaler: Ab in den Keller damit. In ein paar Jahren bringt das vielleicht eine schöne Reise in der Rente ein.
Schließlich besaß ich als Kind den Galaxy Star Express samt Erweiterung. Wenn ich heute dessen Marktwert sehe, könnte ich damit vermutlich eine recht exklusive Reise buchen.
Wobei – genau genommen habe ich diese Reise damals schon gemacht. In meiner Fantasie, Stein für Stein.
Und trotzdem: Die Vernunft verlor. Zum Glück.
An einem Sonntag setzte ich mich an den Wohnzimmertisch. Dreieinhalb Stunden, die wie im Flug vergingen.
Schon beim Betrachten der Verpackung stieg die Vorfreude. Unzählige Male bin ich in Fortnite aus genau diesem Schlachtenbus gesprungen. Epische Siege, frustrierende Niederlagen und jede Menge Adrenalin – all das schwang mit. Der Gedanke, diesen ikonischen Bus nun zuhause stehen zu haben, war einfach zu verlockend.
Moderne Steine, vertraute Magie
Erste Erkenntnis nach dem Auspacken: Lego hat dazugelernt. Die Anleitungen sind klar, übersichtlich und angenehm geführt. Die nummerierten Beutel nehmen jede Unsicherheit, wahnsinnige Sucherei und schaffen Struktur bei den 954 Teilen.
Doch kaum lagen die ersten Steine vom Lego Schlachtenbus auf dem Tisch, war sie wieder da – diese alte Magie. Der Bauspaß zog mich sofort in seinen Bann.
In jeder nummerierten Tüte warteten ein oder zwei ikonische Fortnite-Figuren. Kleine Überraschungen, die das Bauen zusätzlich befeuerten.
Und plötzlich saß dort kein Erwachsener mehr mit 48 Jahren. Sondern ein Junge, der baut, vergisst, eintaucht.
Die Emotionen waren exakt die gleichen wie früher: die gespannte Vorfreude beim Auspacken, das vollständige Versinken während des Bauens, die leise Traurigkeit beim letzten gesetzten Stein – und schließlich diese tiefe Freude über das vollendete Werk.
Danke, Conny, für diese Stunden neu erlebter Kindheit.
Doch schau selbst:








































Lego aus Sicht des Vertriebstrainers
Beim Bauen dieses Lego-Sets wurde mir etwas bewusst, das mich auch im Vertrieb seit Jahren begleitet: Große Ergebnisse entstehen nicht durch Hast, sondern durch Struktur, Geduld und Vertrauen in den Prozess.
Jeder Stein hat seinen Platz. Überspringt man Schritte oder glaubt, es schneller zu wissen als die Anleitung, rächt sich das später. Genau so ist es im Vertrieb. Wer sauber analysiert, zuhört, Schritt für Schritt vorgeht und dem Prozess folgt, baut stabile Beziehungen – keine wackeligen Abschlüsse.
Der Bauplan entspricht der Strategie.
Die Steine sind die Gespräche.
Und das fertige Modell ist kein Zufall, sondern das Ergebnis konsequenter, konzentrierter Arbeit.
Gute Vertriebserfolge entstehen wie gute Modelle – mit Begeisterung, Klarheit und der Fähigkeit, sich ganz auf den Moment einzulassen.
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