
Das lange Warten hat ein Ende.
Seit dem 14. Januar 2026 bin ich stolzer Besitzer eines Bambu Lab P2S Combo – und ja, die Vorfreude war mindestens so groß wie der Karton, der heute bei mir ankam.
Bestellt hatte ich den Drucker bereits am 8. Dezember 2025 direkt bei Bambu Lab. Als Lieferdatum wurde der 16.01.2026 angegeben. Dass er nun sogar etwas früher eingetroffen ist, überrascht mich – die Nachfrage nach diesem Modell ist zu Recht hoch.
3D-Druck: Alte Faszination, alte Hürden
Schon vor etlichen Jahren hatte mich das Thema 3D-Druck gepackt. Doch damals war die Realität … sagen wir: ernüchternd.
Selbstaufbau, endloses Gefrickel, Menüs wie aus der Frühzeit der Digitalkultur und ein Workflow, der mich zuverlässig aus dem Flow holte: STL-Datei auf SD-Karte speichern, zum Drucker laufen, einlesen, hoffen.
Kurz gesagt: Technisch spannend – emotional anstrengend.
Also blieb der Wunsch nach einem eigenen Drucker genau das: ein Wunsch.
Ein YouTube-Video verändert alles
Und dann – Jahre später – stolperte ich über ein Video von einer alten YouTube-Liebe zu meinen Photoshop-Hoch-Zeiten: Matthias Schaighofer.
Früher kannte ich ihn aus der Photoshop-Zeit, damals, als ich selbst fotografisch und kreativ unterwegs war. Umso schöner war es, ihn nach all den Jahren wiederzuentdecken – nur mit gänzlich neuem Fokus: 3D-Druck als künstlerisches Medium.
Ich blieb hängen. Sah ein Video.
Dann noch eins.
Und noch eins.
Und immer wieder tauchte derselbe Name auf: Bambu Lab.
Bambu Lab – oder: Warum mich das an Apple erinnert
Was ich dann sah, hatte mit meinem letzten Kontakt zum Thema 3D-Druck vor rund sieben Jahren nur noch wenig gemeinsam.
Bambu Lab startete als Kickstarter-Projekt – und entwickelte sich in erstaunlich kurzer Zeit zu einer Marke, die den Markt ordentlich aufmischt. Warum? Weil sie etwas machen, das ich sehr schätze: Hardware und Software aus einer Hand.
Das Ganze fühlt sich an wie das Apple-Prinzip des 3D-Drucks: auspacken, anschalten und drucken.
Eine durchdachte Software auf Mac, iPad und iPhone, ein hervorragendes Touch-Display direkt am Drucker und mit Maker World ein eigenes Portal voller auf den Drucker abgestimmter Modelle.
Ein geschlossenes, fein aufeinander abgestimmtes Ökosystem – genau das, wovon ich früher nur geträumt habe, als 3D-Drucker noch mit winzigen LCD kämpften.
Und dann auch noch dieses Preis-/Leistungsverhältnis. Schwer, da nicht schwach zu werden.
Vorbereitung ist alles – Filament, Zubehör und Wissen
Während der Wartezeit habe ich mich vorbereitet. Gründlich.
Hier liegen nun 16 kg Filament in unterschiedlichen Farben, dazu Zubehör, Ersatzteile und natürlich Isopropylalkohol zum Reinigen – man will doch vorbereitet sein.
Aber vor allem: Ich habe gelernt.
Bambu Lab bietet mit der Bambu Academy strukturierte Schulungen an: Anfänger, Mittelstufe und Fortgeschrittene.
Themen waren unter anderem: der P2S selbst, Bambu Studio, unterschiedliche Filamente und die Bedienung über iPhone und iPad.
Nach jeder Stufe ein Test – und bei Bestehen ein Zertifikat.
Mein Spiel‑, Sammel- und Lerntrieb wurde zuverlässig aktiviert. Ergebnis: vier Zertifikate und ein gutes Gefühl, nicht vollkommen ahnungslos zu starten.
Lernen hört für mich nicht beim Drucker auf
Neben der Bambu Academy habe ich für mich schnell gemerkt, dass ich mehr verstehen will als nur „auf Drucken klicken“.
Deshalb tauche ich aktuell über YouTube-Videos in die Welt der 3D-Konstruktion mit Fusion 360 ein.
Ja, am Anfang raucht einem dabei schon mal der Kopf. Aber genau das mag ich. Zu sehen, wie aus einer einfachen Skizze nach und nach ein echtes, druckbares Objekt entsteht, fühlt sich unglaublich befriedigend an.
Plötzlich ist man nicht mehr nur Konsument fertiger Modelle, sondern beginnt, eigene Ideen greifbar zu machen. In 3D zu denken.
Ich stehe hier als Novize ganz am Anfang – aber genau das ist das Schöne daran. Mit jedem Video, jeder kleinen Übung wächst das Verständnis. Und irgendwo zwischen erstem Fehlversuch und dem Moment, in dem ein Teil perfekt auf die Druckplatte passt, merkt man:
Das hier ist mehr als Technik. Das ist Kreativität.
Auspacken. Anschalten. Drucken.
Heute war es dann so weit. Der Drucker kam an, wurde ausgepackt und auf den Schreibtisch gestellt.
Der Aufbau? Drei Schläuche, zwei Kabel, Bildschirm anstecken. Fertig.
Einschalten. Sprache, Region und WLAN einstellen.
Dann: vollautomatische Kalibrierung.
Nach etwa 30 Minuten waren Bettnivellierung, Vibrationskompensation, Motorgeräuschunterdrückung und Co. erledigt. Ohne mein Zutun. Ohne Nervenverlust.
Filament ins AMS 2 Pro (das automatische Materialsystem), Druck starten – und 53 Minuten später hielt ich mein erstes Objekt in der Hand: ein Benchy.

Sauber. Präzise. Einfach da.
Leuchtende Augen bei mir – ehrliches Entzücken bei meiner Frau, der ich das kleine Boot voller Stolz in die Klinik brachte.
Pinguin-Alarm
Nach einem schnellen Software-Update (ja, ich weiß – hätte ich vorher machen können …) ging es an das nächste Projekt: einen Pinguin für meine Frau.
Sie liebt Humboldtpinguine – also war klar: Das wird mein erster längerer Druck.
Auf Maker World gibt es unzählige, meist kostenlose Modelle. Nach kurzem Stöbern fiel die Wahl auf diesen hier: Weihnachtspinguin – mehrteilig ohne AMS

Mein erster längerer Druck – fehlerfrei.
Daten zum Druck:
Druckzeit: 3 h 52 min
Filament inkl. Stützmaterial: 88 g
Farben: Rot, Orange, Schwarz, Weiß – vier Druckplatten, je Farbe eine
Link zum Modell: Maker World – 2019531
Natürlich könnte man alles mit dem AMS in einem Rutsch drucken. Reizvoll, ja – aber auch filamentschluckend. Das hebe ich mir für später auf.
Videos von den beiden Drucken
Von meinem YouTube-Kanal: @stefu77
Fazit: Ein Hobby ist geboren
Es ist faszinierend zu sehen, wie etwas Schicht für Schicht aus dem Nichts entsteht.
Ohne Gefrickel. Ohne Frust. Dafür mit Neugier, Freude und einer ordentlichen Portion Stolz.
Ja – ich bin mir sicher: Ich habe mein neues Hobby gefunden.
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