Skalenfragen – ein einfaches Kommunikationstool mit großer Wirkung

„Auf einer Skala von 1 bis 10 – wie sehr nervt dich die­se Frage?“ Vermutlich kannst du sie sofort beant­wor­ten. Und genau dar­in liegt ihre Stärke.

Immer wie­der bewer­ten wir Dinge intui­tiv mit Zahlen: das Kleid, die Serie, den letz­ten Urlaub. Selbst beim Arzt wirst du gefragt, wie stark dein Schmerz auf einer Skala von 1 bis 10 ist. Ohne lan­ge nach­zu­den­ken, fin­dest du eine pas­sen­de Zahl.

Und genau die­ses Prinzip kannst du gezielt für gute Gespräche nut­zen – beson­ders dann, wenn du unsi­cher bist, wie dein Gegenüber wirk­lich zu einer Situation steht. 

Warum Skalenfragen so gut funktionieren

Skalenfragen geben dei­nem Gesprächspartner Orientierung. Statt eine offe­ne Frage beant­wor­ten zu müs­sen wie „Wie fin­den Sie das?“, bekommt er einen kla­ren Rahmen. Die Antwort fällt leich­ter, schnel­ler – und vor allem ehrlicher.

Der eigent­li­che Wert liegt dabei nicht in der Zahl, son­dern in dem, was danach kommt: der Begründung.

Skalenfragen im Verkauf gezielt einsetzen

Stell dir vor, du tele­fo­nierst mit einem Kunden und merkst schnell: Die Gesprächsbereitschaft ist gering. Statt nun mit einem klas­si­schen Interessewecker zu arbei­ten, kannst du einen ande­ren Weg wäh­len: „Hand aufs Herz: Auf einer Skala von 1 bis 10 – wie viel Lust haben Sie gera­de auf die­ses Telefonat?“

Antwortet dein Kunde zum Beispiel mit einer „2“, bedeu­tet das nicht das Ende des Gesprächs. Im Gegenteil. Jetzt beginnt der inter­es­san­te Teil: „Was müss­te denn pas­sie­ren, damit wir bei einer Acht oder Neun landen?“

Plötzlich denkt dein Kunde nicht mehr dar­über nach, war­um er kei­ne Lust hat, son­dern dar­über, was es bräuch­te, damit es bes­ser wird. 

Prozent-Fragen: Der nächste logische Schritt

Manchmal spürst du, dass dein Kunde dein Angebot grund­sätz­lich gut fin­det, und doch zögert er. Auch hier hel­fen dir Zahlen wei­ter: „Was glau­ben Sie: Zu wie viel Prozent ste­hen die Chancen, dass wir heu­te zusammenkommen?“

Selbst eine Antwort wie „20 Prozent“ ist kein Rückschlag, son­dern eine Einladung: „Spannend. Was könn­te ich tun, damit wir über 60 % kommen?“

Du lenkst das Gespräch weg von Einwänden und hin zu Möglichkeiten.

Was im Kopf deines Kunden passiert

Skalen- und Prozent-Fragen brin­gen dei­nen Gesprächspartner in einen posi­ti­ven Gedankenstrang. Er beginnt aktiv mit­zu­den­ken, for­mu­liert Bedürfnisse und öff­net sich. Aus einem pas­si­ven Gespräch wird ein Dialog auf Augenhöhe.

Gerade zu Beginn kann sich die­se Technik unge­wohnt anfüh­len – für dich genau­so wie für dein Gegenüber. Doch genau hier liegt ihre Stärke: Sie wirkt ehr­lich, respekt­voll und überraschend.

Fazit

Skalen- und Prozent-Fragen sind ein ein­fa­ches, aber äußerst wir­kungs­vol­les Werkzeug in der Kommunikation. Sie hel­fen dir, Meinungen greif­bar zu machen, Gespräche zu öff­nen und ech­te Beweggründe zu verstehen.

Probiere die­se Fragen im nächs­ten Gespräch bewusst aus. Nicht, um zu über­zeu­gen – son­dern um zu ver­ste­hen.
Du wirst über­rascht sein, wie offen Menschen plötz­lich werden.

Und las­se mich wis­sen, wel­che Erfolge du mit die­sem Kniff erzie­len konntest.


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